Renaissance-Schloß



















Das Renaissance-Schloß
von Franz Nessler
                           
Der Bau des Schlosses wurde im Jahre 1570 durch Graf Johann IV von Nassau-Saarbrücken (05.04.1511 - 23.11.1574), dem letzten Graf dieser katholischen Linie begonnen, und gegen 1585 von seinem Vetter und Erben Graf Albrecht von Nassau-Weilburg (26.12.1511 - 11.11.1593), der evangelischen Linie vollendet. Es stand auf dem Gebiet des heutigen Oberen Marktes, dem Synagogenplatz, der Irrgartenstraße und der Rödelgasse.

Obwohl dieses "Jagdschloss" nur wohnlichen Zwecken diente, machte der viereckig-geschlossene Baukörper (57 x 41 m) mit den vorspringenden runden Ecktürmen den Anschein des Beschützenden, der das Wesen der mittelalterlichen Burgen kennzeichnete. Der Wassergraben, die Zugbrücke und die schmalen Außenfenster unterstrichen diesen Gedanken.

Gebaut wurde nach den Plänen von Christmann Stromeyer, einem der bedeutensten Architekten des 16. Jahrhunderts, der auch für den Umbau des Saarbrücker Schlosses, den Arbeiten am Schloß zu Homburg sowie den Schlössern zu Ottweiler und Philippsborn (heute Neuhaus) verantwortlich war. Die Hirsch- und Wildfiguren am Haupttor sowie die Brunnenfigur der Diana, die sich als Relief über dem Wandbrunnen auf der Mitte des linken Flügels erhob sind dem kurfürstlich Mainzer Bildhauer Jan Robyn zuzuschreiben. Für den Innenausbau scheint der 1581 genannte Hofschreiner Johann Schleenbeck von Jugenheim verantwortlich gewesen zu sein.

Der eingeschössige Vorbau war zu einer Luftterasse ausgebaut worden, der zweigeschössige Hauptbau in Hufeisenform enthielt sämtliche Wohnräume. Im unteren Stockwerk, ebenerdig zum Innenhof, waren das Gesinde, die Diener und die Hofdamen untergebracht.